Ihr wisst schon, Schreiben ist eine ziemlich einsame Angelegenheit. Von früh bis spät sitzt man allein vor seinem Rechner und ringt damit, genau das überzeugend auf Papier zu bringen, was sich im eigenen Kopf noch so wunderbar schlüssig und perfekt zu erzählen angehört hatte. Aber Schreiben ist eben auch nicht einfach. Weshalb man vor seinem Rechner, im viel beschriebenen stillen Kämmerlein, auch schon mal leicht in Verzweiflung geraten kann. Mir geht es regelmäßig so. Mit jedem Buch aufs Neue. Es gibt kein einziges, das mich nicht schon graue Haare gekostet hätte. Viele. Viele!

Als ich an meinem neunten Buch schrieb – Wild at Heart– war ich nicht weniger desillusioniert über die Höhen (Ja! Das ist es! Brillant! DAS hast DU geschrieben?) und Tiefen (Warum mache ich das? Wozu erzähle ich diese Geschichte? Wer will das lesen?) des Schreibprozesses wie bei jedem anderen Buch auch. Und einer Phase selbst auferlegter Erschöpfung stieß ich im Internet auf den Post von Maggie Stiefvater, die ankündigte, in Edinburgh ein eintägiges Schreibseminar abzuhalten.

Dazu muss man wissen: Maggie Stiefvater gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich bewundere ihren Schreibstil und ihre Kreativität und mich faszinieren ihre Geschichten. Edinburgh – wundervoll schottisches, düsteres und gleichzeitig heimeliges Edinburgh – gehört zu meinen absoluten Lieblingsstädten (beim meinem ersten Besuch 1998 wäre ich am liebsten dort geblieben). Und dann: Was bringt eine amerikanische Bestseller-Autorin dazu, in Europa einen Schreibworkshop zu geben? Was auch immer, dachte ich mir, hab kurz entschlossen ein Ticket für ihr Seminar und einen Flug nach Schottland gebucht.

Und was soll ich sagen? Es geht doch nichts über einen kleinen Motivationskick (kann ich allen Kolleg*innen übrigens wärmstens empfehlen). Auch wenn Maggie (ebenso cool und sympathisch übrigens, wie sie in den sozialen Medien rüberkommt) sehr viel erzählte, das ich als mittlerweile geübte Schriftstellerin schon wusste, hat sie mir doch einige andere Dinge ins Gedächtnis gerufen, die ich über die Jahre vergessen hatte (beispielsweise „The opposite of satisfaction ist not boredom, it’s dissatisfaction“).

Das Wichtigste aber, und das bringt die Sache so perfekt auf den Punkt, dass ich noch Tage später darüber lachen musste, ist Maggies Beschreibung dessen, wie eine Geschichte aufgebaut werden soll:

ACT 1: Get the character up a tree
ACT 2: Throw stones at him
ACT 3: Get him down gracefully

Jetzt wisst ihr, wie es geht, right, dears? 😉